Kotte Autographs Archives - inBiblio
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Kotte Autographs

Eigenh. Brief mit Unterschrift.

Eigenh. Brief mit Unterschrift.

Borodin, Alexander, bedeutender russischer Chemiker und Mediziner. Bis heute berühmt ist er als Klavierdilettant und Komponist (1833-1887). 8vo. 1 page. Letter addressed to the Russian conductor and composer Mikhail Romanovich Schiglev (1834-1903). Schiglev was one of the closest friends of Alexander Borodin. „I hasten to notify you that the meeting of music commission today did not take place. I wrote to the committee*, but got a reply that the committee ask me to postpone the meeting due to little chance of being able to get all the commission members to convene, "as Lyadov, Reichardt and Lavrov are busy with the exams." Regarding the time of commission’s meeting – it will be decided upon at the general board* on Friday. Your Aleksander Borodin."*Steering committee of "the St.Petersburg Circle of Music Lovers" (St.Petersburg amateur choral and orchestral society).*General board of "the St.Petersburg Circle of Music Lovers" (St.Petersburg amateur choral and orchestral society).Anatoly Konstantinovich Lyadov ( ), (1855-1914) – famous Russian composerhttps://en.m.wikipedia.org/wiki/Anatoly_LyadovAlexander Vasilyevich Reichardt – Russian pianist, professor of the St.Petersburg conservatory, student of Alexander Drayschöc (1818-1869).Nikolay Stepanovich Lavrov ( ) (1861-1927) – Russian pianist, professor of the St.Petersburg conservatory, one of the closest friends of Anatoly Lyadov.
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Eigenh. Schriftstück mit Unterschrift.

Thumann, Paul, deutscher Illustrator und Porträtmaler (1834-1908). Folio. 1 p. Gefaltet. Bescheinigung „daß ich der G. Grote’schen Verlangsbuchhandlung in Berlin das ausschließliche Verlags- und Vervielfältigungsrecht der von mir im Auftrage Sr. Kgl. Hoheit d. Großherzogs v. Sachsen in Öl gemalten und auf der Wartburg befindlichen Bilder: 1) Luther verbrennt die päpstliche Bulle [ ]" – Thumann, Sohn eines vielseitig begabten Dorfschullehrers, war von 1855 bis 1856 Schüler an der Preußischen Akademie der Künste zu Berlin und arbeitete dann bis 1860 im Atelier von Julius Hübner in Dresden. Nach zweijährigem Aufenthalt in Leipzig studierte er an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar unter Ferdinand Pauwels, an der er 1866 zum Professor berufen wurde.Im Kriege 1870/71 wurde Thumann als Zeichner im Hauptquartier der III.Armee eingesetzt. Nachdem er seit 1872 als Lehrer in Dresden tätig gewesen war, wurde er 1875 als Professor an die Kunstakademie in Berlin berufen; diese Stellung legte er 1887 nieder. Er bereiste 1862 Ungarn und Siebenbürgen, 1865 Italien, später Frankreich, Belgien und England. Zwischen 1887 und 1891 lebte er in Italien und übernahm 1892 das Meisteratelier von Professor Julius Schrader.Seine Haupttätigkeit fand Thumann in der Illustration (z.B. Auerbachs Kalender, Johann Wolfgang von Goethes Dichtung und Wahrheit, Alfred Tennysons Enoch Arden, Adelbert von Chamissos Frauenliebe und -leben, desselben Lebenslieder und -Bilder, Robert Hamerlings Amor und Psyche, Heinrich Heines Buch der Lieder).Die Eleganz der Formengebung, der sinnvolle Ernst und die Anmut der Figuren gewannen diesen Illustrationen großen Beifall. Doch verlor sich Thumann schließlich in ein süßliches und oberflächliches Formenspiel, welches den Eindruck seiner ersten Schöpfungen abschwächte.1860 heiratete Thumann eine Frau aus englischem Adel. Eine Tochter Thumanns heiratete einen Bruder des englischen Dichters Algernon Swinburne.
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Eigenh. Brief mit Unterschrift.

Günther, Wilhelm Christoph , deutscher Pfarrer, Autor, enger Freund Goethes und Herders, Ritter des weißen Falkenordens (1755-1826). Quer-8vo. 1 p. Gebräunt. Abgabe verschiedener Artikel „auf Weisung der Lazareth Commission". – Günther wurde im Pfarrhaus zu Cospeda bei Jena geboren. Mit zwei Jahren kam er mit seinen Eltern nach Mattstedt ins dortige Pfarrhaus, da sein Vater Carl Christoph Günther die dortige Pfarrstelle angetreten hatte. Nach Gymnasium in Weimar und theologischem Abschluss der Universität in Jena wurde er 1781 auf Herders Empfehlung Hilfsprediger in Weimar; ab 1785 wurde er Substitut (Hilfsprediger) und ging seinem Vater zu Hilfe. Im Jahr 1790 trat er die Nachfolge seines Vaters in Mattstedt an. Bereits 1787 erschien in Erfurt seine Edition der "Kindermärchen".Bereits in Jugendjahren musste er Johann Karl Wilhelm Voigt, späterer Bergrat unter Goethe, in Mattstedt kennengelernt haben. Dieser hatte 1767 dort am Schösserberg ein Vorkommen an Lettenkohle ausgemacht. Der Begriff "Lettenkohle" wurde später auf alle Vorkommen des Keuper ausgedehnt. Nachdem Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757–1828), wegen Brennstoffmangel im Jahr 1799 angeordnet, bekannte Lagerstätten zu erschließen, erbat Günther für Mattstedt um die Erlaubnis, welche er bereits am 16. Februar 1766 erhielt. Zwischen 1799 und 1801 wurden mit 16 Mann ca. 12000 Scheffel (19000 Zentner) aus einem Flöz von 7 bis 16 cm Mächtigkeit abgebaut. Anfangs gab es 7 Stollen im Abstand von 25 Metern. Der später angelegte tiefste Stollen wurde 120 Meter in den Berg getrieben. Auf die fossilienreiche Kohle aufmerksam geworden, kam auch Goethe nach Mattstedt. Für den 8. August 1800 und den 26. April 1801 sind Besuche Goethes in der Chronik des Ortes verzeichnet. Er und Günther wurden Freunde. Um die Kohle nach Weimar zu transportieren, wurde die "Leipziger Straße" (heute: Bundesstraße B87) auf Goethes Empfehlung zur Chaussee ausgebaut. Leider wurde die Qualität der Kohle zunehmend schlechter und somit der Abbau nach 6 Jahren eingestellt. Einzig erhalten geblieben ist das damalige Vorwerk und die Bezeichnung des Ortsteils "Poche".1801 wurde Günther in Weimar zum Oberkonsistorialrat und Hofprediger ernannt. Er sollte Nachfolger von Herder werden. Er selbst schlug seinen Schwager, welcher Pfarrer in Wormstedt war, als Nachfolger vor, da er die Annehmlichkeiten des Landlebens bevorzugte. Auf Anregung Karl Augusts und dessen Mitfinanzierung wurde in Weimar ein Waisenhaus gebaut, dessen Direktor Günther wurde. Mit weiteren Verwaltungsaufgaben betraut, wurde er, wie auch Goethe, zum Berater des Großherzogs.Nach dem Plünderungsversuch französischer Truppen am 14. Oktober 1806 in Goethes Haus am Frauenplan in Weimar, welchen Christiane Vulpius zu verhindern wusste, traute Günther im selben Jahr, am 19. Oktober, Johann Wolfgang von Goethe und Christiane Vulpius in der Sakristei der Jakobskirche; die Heirat galt nach 18 Jahren wilder Ehe als nicht standesgemäß. Auch wurde das notwendige dreifache Aufgebot nicht bestellt. Man hatte die Gunst der Stunde wegen der Kriegswirren genutzt. Goethe wählte den Tag der Schlacht als Hochzeitsdatum und ließ dieses in die Ringe gravieren.Günther war verheiratet mit Auguste, geb. Löffler, einer Tochter des Gothaer Superintendenten Josias Friedrich Löffler.
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Eigenh. Brief mit Unterschrift.

Gries, Johann Diederich, deutscher Übersetzer in der romantischen Ära (1775-1842). 8vo. 2 pp. Doppelblatt. Mit Erwähnun von Niccolo Fortiguerra. – Gries entstammte einer wohlhabenden Hamburger Kaufmannsfamilie. Mit 17 Jahren begann er auf Wunsch seines Vaters eine Kaufmannslehre, bevor er 1795 nach Jena ging, um dort Jura zu studieren. In Jena traf er mit vielen Geistesgrößen seiner Zeit zusammen, darunter Goethe, Schiller, Herder und Wieland. Seine ersten literarischen Veröffentlichungen in Schillers Musenalmanach und Wielands Neuem Teutschen Merkur wurden mit Begeisterung vom Publikum aufgenommen. Im Jahr 1798 traf Gries in Dresden mit Novalis, A.W. Schlegel und anderen Vertretern der Romantik zusammen, worauf er sich dieser literarischen Bewegung anschloss. Nach der Promotion 1800 ging er nach Göttingen und Heidelberg, wo er u.a. mit Joseph von Eichendorff und Clemens Brentano verkehrte. In den kommenden Jahren unternahm Gries mehrere Reisen, die ihn u.a. in die Schweiz und nach Italien führten. In Stuttgart, wo er von 1824 bis 1827 lebte, lernte er Gustav Schwab und Ludwig Uhland kennen, bevor er über Jena 1837 wieder in seine Heimatstadt Hamburg zurückkehrte, wo er 1842 verstarb.Zwar veröffentlichte Gries zu seinen Lebzeiten mehrere eigene Gedichte, die jedoch über einen gewissen Grad an Mittelmäßigkeit nicht hinauskamen. Sich selbst seines durchschnittlichen Talents für eigene Lyrik bewusst, wollte er „lieber gute Übersetzungen liefern als mittelmäßige Originale". In der Übersetzung ging er ganz auf und lieferte den deutschen Lesern zum ersten Mal kunstfertige und originalgetreue Übersetzungen berühmter fremdsprachiger Texte, die noch heute maßgebend sind.
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Eigenh. Brief mit Unterschrift

Jacob, Therese Albertine Luise von, deutsche Schriftstellerin, Volksliedforscherin und Slawistin (1797-1870). 8vo. 1 p. Gepr. Briefkopf. „Ich wünschte zu wissen, [ ] was Sie und Ihr Herr Gemahl vom Wetter denken, und ob es Ihnen rathsam scheint, bei diesem drohenden Himmel zu fahren." – Unter den Pseudonymen Talvj und Ernst Berthold veröffentlichte sie belletristische und wissenschaftliche Werke in englischer und deutscher Sprache. Bekannt wurde sie als Herausgeberin und Übersetzerin der Volkslieder der Serben in zwei Bänden (1825–1826). Therese von Jacob war die Tochter des Staatswissenschaftlers Ludwig Heinrich von Jakob. Die Familie verließ 1806 Deutschland und ließ sich in Russland nieder, wo der Vater an der Universität Charkow und der Universität Sankt Petersburg lehrte. 1816 kehrten die Jacobs nach Halle zurück. Durch den serbischen Philologen Vuk Stefanovi Karadži mit der Volkspoesie der Serben bekannt geworden, veröffentlichte Therese nach Sprach- und Geschichtsstudien eine vielbeachtete Sammlung serbischer Volkslieder. Das erstmals benutzte Autorenpseudonym Talvj (nach den Anfangsbuchstaben ihres Geburtsnamens) behielt sie auch später überwiegend bei. Sie heiratete 1828 den amerikanischen Gelehrten und Palästinaforscher Edward Robinson und lebte mit ihm später in den Vereinigten Staaten. Von 1837 bis 1839 hielt sie sich in Deutschland auf. Nach dem Tod ihres Mannes kehrte sie 1864 mit ihren beiden Söhnen ganz nach Deutschland zurück. Sie lebte unter anderem in Baden-Baden und blieb ab 1869 in Hamburg, wo ihr Sohn Eduard US-amerikanischer Konsul war.
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Eigenh. Brief mit Unterschrift

Kohl, Johann Georg , deutscher Reiseschriftsteller und Stadtbibliothekar in Bremen (1808-1878). 8vo. 1 p. Bittet den Empfänger ihm das Manuskript zu überlassen. – Kohl war der Sohn eines Weinhändlers. Er besuchte das Alte Gymnasium in Bremen und studierte Rechtswissenschaft an der Universität Göttingen, der Universität Heidelberg und der Universität München. Nach dem Tod seines Vaters musste er mittellos sein Studium 1830 abbrechen. Er wirkte dann für sechs Jahre als Hauslehrer in Kurland. Nachdem er Sankt Petersburg, Moskau und das südliche Russland bereist hatte, lebte er ab 1838 eine Zeit lang in Dresden. Hier schrieb er seine ersten russischen Reiseberichte. Von Dresden aus bereiste er dann fast alle Länder Europas und beschrieb seine Erlebnisse. Ab 1850 war er in Berlin, Paris, London und Oxford und bereitete seine Reisen in die USA vor.Von 1853 bis 1858 bereiste Kohl Nordamerika. 1858 kehrte er nach Bremen zurück. Er befasste sich mit der Kulturgeschichte von Bremen und schrieb über das Haus Seefahrt, den Bremer Ratskeller, die Zusammenarbeit von Bremen und Riga und über den Chronisten Johann Renner. Ferner gab er die Nordwestdeutschen Skizzen heraus und die Episoden aus der Kultur- und Kunstgeschichte Bremens. 1863 wurde er in Bremen zum Stadtbibliothekar ernannt und hierdurch mit einer Aufgabe betraut, die er sehr engagiert wahrnahm.Zusammen mit seiner Schwester Ida (später Gräfin von Baudissin) gab er »Englische Skizzen«(Leipzig 1845, 3 Bände) heraus.
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Eigenh. Brief mit Unterschrift

Vogl, Heinrich, deutscher Opernsänger (Heldentenor) und Komponist (1845-1900). 8vo. 2 pp. Mit Umschlag. An die Direktion der Philharmonsichen Concerte Siegfried Ochs in Berlin: „[ ] Der ,Franziskus ist eine herrliche Sache! Gottlob sterben die Menschen nicht aus, da uns in neuem Gewande schöner erfinden. Die letzten 20 Jahre hätte ich über all’dem Kling Klang beinahe gezweifelt, ob ich’s noch erlebe, daß nach Wagner irgend eine Form sich fände etc. [ ] Freue mich sehr auf ,Franziskus’; zudem ist er mir in meine Kehle hineingeschrieben. Nun Dispositionen. 12. Febr. Rheingold | 13. Walküre | 15. Siegfried | 17. Götterdämmerung [ ]" – Er war vor allem für seine Wagner-Rollen bekannt, so sang er u. a. den Lohengrin (1867), Tristan (1869), Loge aus dem Rheingold (1869) und Siegmund aus der Walküre (1870). Ferner wirkte er bei der ersten Aufführung des Ring in Bayreuth mit. Zahlreiche Gastspiele gab er in allen größeren Städten Deutschlands. Gastreisen führten ihn in die Niederlande, nach London, Petersburg und in die USA; 1890 sang er den Lohengrin an der Metropolitan Opera. Beim Gemischten Chor Zürich trat er zwischen 1872 und 1885 in neun Konzerten als Solist auf. 1868 hatte Vogl Therese Thoma geheiratet, die häufig mit ihm zusammen auftrat, besonders in Wagners Tristan und Isolde. Er gilt als einer der vielseitigsten Tenöre des 19. Jahrhunderts, da er nicht nur fast alle bedeutenden Rollen des damaligen Opernrepertoirs verkörperte, sondern auch als Oratoriensänger u. a. in den Konzerten der „Musikalischen Akademie" (vor allem als Evangelist in den beiden Passionen von Bach) überzeugte. Vogl war zudem ein bedeutender und begehrter Liedsänger. Er war Mitglied der Münchener Freimaurerloge Zur Kette.Als Komponist konnte Heinrich Vogl nicht im entferntesten an seine Erfolge als Sänger anknüpfen. Er hatte sich kompositorisches Grundwissen während seiner Zeit am Lehrerseminar in Freising angeeignet und danach erheblich vertieft und bei der Komposition einiger Lieder in der Praxis angewendet, womit er selbst und einige andere Sänger auch beim Publikum und der Kritik ankamen, aber das blieb eine Randerscheinung. Ende der 1890er Jahre begann er nun mit der Komposition der Oper Der Fremdling nach einem Dramenentwurf von Felix Dahn (dessen gleichnamiges Gedicht er schon längere Zeit vorher vertont hatte), die er auch unter gewaltigen Anstrengungen vollendete und drucken ließ. Bei ihrer Uraufführung am 7. Mai 1899 sang er die Rolle des Baldur und errang damit wohl den größten seiner Triumphe als Sänger und den einzigen als Komponist. Die Kritiker in den verschiedenen deutschen Presseorganen hatten zwar kompositorische Schwächen ausgemacht, aber insgesamt eher wohlwollende Beurteilungen abgegeben und dem Werk eine Zukunft auch auf anderen Bühnen gewünscht. Umso größer war die Enttäuschung, als in München nur zwei Wiederholungen stattfanden und keine einzige weitere Opernbühne Heinrich Vogls Oper zu seinen Lebzeiten in ihr Repertoire aufnahm. Ob die „Überanstrengung" beim Komponieren und die „grausame Enttäuschung" über den ausbleibenden Erfolg seines „Schmerzenskindes" wirklich entscheidend zu seinem frühen Tod ein knappes Jahr nach seinem größten Triumph beigetragen hat, wie Hermann von der Pfordten in seinem Nekrolog vermutete, muss offenbleiben. Seinen letzten Auftritt hatte er am 17. April 1900.
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Eigenh. Brief mit Unterschrift

Bocage, Jean-Denis Barbié du, französischer Geograph und Kartograph (1760-1825). 8vo. 1 p. Mit Adresse. An den Graveur Tilliard. – Jean-Denis Barbié du Bocage war Schüler des Collège Mazarin und d’Anvilles. Er wurde unter Ludwig XVI. 1780 als Geograph beim Außenministerium, 1785 beim königlichen Medaillenkabinett angestellt und nach Ausbruch der Französischen Revolution 1792 Aufseher der Kartensammlung bei der königlichen Bibliothek. 1793 eingekerkert, kam er durch die Entschlossenheit seiner Gattin frei. Unter dem Direktorium wurde er 1797 Mitglied des Rats des Geographischen Büros beim Innenministerium und nach der Machtübernahme Napoleons 1802 Geograph beim Kriegsministeriums sowie 1803 beim Departement des Auswärtigen. Seit 1806 war er Mitglied des Institut de France, seit 1808 auswärtiges Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften, seit 1809 Professor für alte und neue Geographie an der Faculté de lettres zu Paris und 1821 einer der Stifter der Geographischen Gesellschaft. Er starb am 28. Dezember 1825 im Alter von 65 Jahren in Paris und wurde auf dem Friedhof Père Lachaise beigesetzt.Seinen Ruhm begründete Barbié du Bocage durch seinen zu Barthélemys Voyage du jeune Anacharsis gelieferten Atlas (Paris 1788–89; neue Ausgabe 1799), dem andere Kartenwerke folgten, so zum Beispiel zum von Xenophon geschilderten Rückzug der zehntausend Griechen für Fortias Mélanges de géographie, ferner Cartes de marches d’Alexandre et analyse, plan de Tyr, de Thèbes en Béotie, essai sur la topographie de cette ville für Sainte-Croix’ Examen critique des historiens d’Alexandre le grand u. a.
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Borodin, Alexander, bedeutender russischer Chemiker und Mediziner. Bis heute berühmt ist er als Klavierdilettant und Komponist (1833-1887). 8vo. 1 page. Letter addressed to the Russian conductor and composer Mikhail Romanovich Schiglev (1834-1903). Schiglev was one of the closest friends of Alexander Borodin. „I hasten to inform you that I have seen Cui today. He’s got nothing against performing the opera*, however he’s got no music score: either Rahter or Hlavá has it, Cui doesn’t remember. In any case, Cui would like you to come by and have negotiation about it. He lives near the Anichkov bridge along the Fontanka river, house Nr.38, flat Nr.12. You can find him there every day from 6-7 pm, and on the saturdays, sundays and mondays also in the morning from 9 to 13 pm. Take care. Aleksander Borodin" – *Apparently it’s about intention to perform one of the operas of Cesar Cui at "the St.Petersburg Circle of Music Lovers" (St.Petersburg amateur choral and orchestral society), where Shiglev was as the conductor.Cesar Cui ( ) – famous Russian composer,Member of the famous group of five Russian composers "Moguchaya Kuchka" ("the Mighty Handful")https://en.m.wikipedia.org/wiki/César_Cuihttps://en.m.wikipedia.org/wiki/The_Five_(composers)Vojt ch Hlavá ( ), (1849-1911) – Czech-Russian composer, choirmaster, organisthttps://ru.m.wikipedia.org/wiki/ ,_ _ Daniel Rahter (1828-1891) – famous german music publisherhttps://imslp.org/wiki/D._Rahter
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Dawidow, Karl, ussischer Komponist, Dirigent, Cellist und Musikpädagoge (1838-1889). 8vo. 1 p. An den namentlich nicht erwähnten Kapellmeister Carl Reinecke: „Schon wieder einmal empfehl ich Ihnen eine junge, taktvolle Clavierspielerin [ ]" – Dawidow wurde in der damals russischen Provinz Kurland geboren. Seine Studien führten ihn nach Moskau zu Heinrich Schmidt und zu Karl Schuberth in Petersburg, wo er das Studienfach Cello belegte; später ging er an das Leipziger Konservatorium, an dem er seine Ausbildung bei Friedrich Grützmacher 1859 abschloss. Von 1860 bis 1862 war Dawidow sein Nachfolger als Solovioloncellist am Leipziger Gewandhaus und auch als Cellolehrer am Konservatorium, bis er Anfang der 1860er-Jahre nach Russland zurückkehrte. In den Jahren 1862 bis 1882 hatte er die Stellung des Solocellisten an den Kaiserlichen Theatern in St. Petersburg inne und übernahm eine Professur am Sankt Petersburger Konservatorium. In der Zeit von 1876 bis zu seinem Ruhestand im Jahre 1887 war er als Direktor dieses Konservatoriums tätig. In den Augen seiner Zeitgenossen wurde er vor allem als Cellist und Direktor des Konservatoriums geschätzt, Tschaikowsky nannte ihn den „Zaren unter den Cellisten" und widmete ihm auch sein „Capriccio Italien", op. 45. Dawidows eigene Werke waren weniger verbreitet.Sein kompositorisches Schaffen umfasst Instrumentalkonzerte vor allem für Cello, Balladen, Lieder, aber auch Werke für Streicher und Klavier. Dawidow begann auch eine Oper zu komponieren, wohl aufgrund Zeitmangels hinterließ er sie unvollendet. Das Libretto übergab er Tschaikowsky, der es für seine Oper „Mazeppa" verwendete. Darüber hinaus verfasste er eine Violoncello-Schule. Zu seinen bekanntesten Werken gehörte das Salonstück „Am Springbrunnen".
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Volkland, Alfred, deutscher Dirigent und Pianist (1841-1905). 8vo. 1 1/2 pp. An einen Kollegen mit Geburtstagsglückwünschen. – Alfred Volkland wuchs auf als eines der Mittleren von acht Geschwistern in einer seit Generationen in Braunschweig ansässigen Handwerkerfamilie. Sein Vater war Malermeister. Nach Violin- und Klavierunterricht in Braunschweig und dortigen Auftritten als Orchestermusiker erhielt er seine musikalische Ausbildung ab 1864 am Konservatorium Leipzig unter anderen bei Carl Reinecke und Ignaz Moscheles, zeitgleich mit dem ihm befreundeten Edvard Grieg. 1866 wurde er zum fürstlichen Hofpianisten und 1867 zum Musikdirektor in Sondershausen ernannt. 1869 folgte die Berufung zum Leiter der Euterpekonzerte für klassische und zeitgenössische Musik in Leipzig. Er heiratete 1871 Henriette Pfeifer (1840–1903), die Ehe blieb kinderlos. Joseph Joachim rühmte in einem Brief „alle guten Stunden mit Spitta bei Ihnen und Ihrer lieben Frau". 1874 war er Mitbegründer des Leipziger Bachvereins zusammen mit Franz von Holstein, Philipp Spitta und seinem engen Freund Heinrich von Herzogenberg. 1875 erhielt er einen Ruf nach Basel als Kapellmeister der Musikgesellschaft und Direktor des Basler Gesangvereins und der Liedertafel. Dort erfolgte 1889 seine Ernennung zum Dr. phil h. c. der Universität Basel. Clara Schumann, mehrfach zu Konzerten in Basel und währenddessen beim Ehepaar Volkland zu Gast, betraute ihn im Rahmen ihrer Schumann-Gesamtausgabe mit der Redaktion der Lieder Robert Schumanns. 1899 trat er krankheitsbedingt von der Chorleitung und 1902 von der Orchesterleitung zurück. Der musikalische Nachlass Alfred Volklands wurde 1905 von seiner Familie der Oeffentlichen Bibliothek der Universität Basel überlassen. Im Staatsarchiv Basel-Stadt gibt es Dossiers über ihn und seine Ehefrau. Die Leistung des Dirigenten und Chorleiters Alfred Volkland verblasste offenbar schnell nach dem Ende seines aktiven Wirkens. Tonaufnahmen von seinen Konzerten gibt es nicht.Von Alfred Volklands Kompositionen sind nur zwei in der zeitgenössischen Fachpresse erwähnt worden. Eine Ouvertüre in d-Moll, die er bei seinem Antrittskonzert als Euterpe-Kapellmeister 1869 in Leipzig aufführte, und die am 26. September 1869 in Sondershausen von seinem dortigen Kollegen Max Bruch aufgeführt wurde, ist möglicherweise nie im Druck erschienen. Und ein Adagio und Allegro, Concertstück für Orchester, wurde zwar unter seiner Leitung vom Gewandhausorchester in Leipzig am 26. Januar 1882 uraufgeführt, vom Publikum gefeiert[8] und von einem Musikverlag veröffentlicht, die Pressekritik war aber ablehnend: Glanzvoll instrumentiert, aber zu wenig originell und ermüdend. Von größerem Einfluss, wenn auch nicht unumstritten, waren seine veröffentlichten Bearbeitungen von Liedern und Chormusik für den zeitgenössischen Aufführungsgebrauch. Nachhaltig bis ins 21.Jahrhundert ist seine Beteiligung bei der Gründung des Bach-Vereins in Leipzig. Der Verein engagierte sich im Streit gegen andere Auffassungen für die Aufführungspraxis Bachscher Kirchenmusik mit unterlegtem Orgel-Continuo. Zur Demonstration dieser Bach-Auffassung wurden fünf Bach-Kantaten bearbeitet und veröffentlicht, zwei davon von Alfred Volkland.
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Eigenh. Brief mit Unterschrift.

Volkmann, Robert, deutscher Komponist (1815-1883). 8vo. 1 p. An einen Herrn Friedmann, dem er seine Ankunft in Sonakin mitteilt. – Volkmann, der Sohn eines Kantors, war schon seit seiner Kindheit mit Musik vertraut und erhielt Gesangs-, Klavier-, Orgel-, Violin- und Violoncellounterricht. Nach kurzem Besuch des Gymnasiums in Freiberg (1832/33) absolvierte er von 1833 bis 1835 das Lehrerseminar. Gleichzeitig erhielt er weiteren Musikunterricht. 1836 zog Volkmann nach Leipzig, um sich u.a. in Privatstunden beim dortigen Kantor der Nikolaikirche Carl Friedrich Becker weiterzubilden. Nach Abschluss des Unterrichtes erhielt Volkmann 1839 eine Stelle als Gesangslehrer in Prag, die ihm allerdings nicht sonderlich zusagte. Im Jahre 1841 erfolgte der Umzug nach Budapest, wo er bis 1844 als Privatlehrer und Korrespondent der Allgemeinen Wiener Musikzeitung wirkte. Nach einer kurzen Periode freien Schaffens sah er sich gezwungen, 1848 erneut eine Stelle zu suchen und wurde Chordirektor und Organist am israelischen Reformtempel. Anfang der 1850er Jahre konnte er erste Erfolge als Komponist verbuchen (vor allem mit seinem zweiten Klaviertrio). Ab 1854 lebte Volkmann in Wien, ohne jedoch den erhofften (finanziellen) Erfolg zu erzielen. Deshalb kehrte er 1858 wieder zurück nach Budapest, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. In den 1860er Jahren erfreute er sich wachsender internationaler Anerkennung und schuf viele seiner bedeutendsten Werke. Seit etwa 1870 komponierte er kaum noch. 1875 wurde Volkmann schließlich Professor für Komposition an der Landesakademie in Budapest, eine Stelle, die er bis zu seinem Tode innehatte. Volkmann lässt sich stilistisch zwischen Robert Schumann und Johannes Brahms, mit dem er persönlich befreundet war, einordnen. Ausgangspunkt für sein Schaffen ist jedoch die Komponistentrias Wolfgang Amadeus Mozart – Joseph Haydn – Ludwig van Beethoven. Teilweise lassen sich auch „ungarische" Elemente und einzelne Einflüsse der neudeutschen Schule dingfest machen. Allerdings muss Volkmann insgesamt eher als konservativ angesehen werden. Auf Grund der vielen unterschiedlichen Einflüsse kann er aber keiner bestimmten Strömung zugerechnet werden. Volkmann favorisierte kleinere Formen wie Klavierstücke und Lieder, komponierte jedoch auch einige großformatige Werke. Während seine kleineren Werke teilweise Gefahr laufen, biedermeierlich zu wirken, weisen einige seiner größeren manchmal eine gewisse Unfähigkeit zur Konzentration auf einen einzigen Gedanken auf. Andere jedoch machen diesen Mangel durch sehr geschlossene, konsequent durchgearbeitete Strukturen wieder wett. Von seinen sechs Streichquartetten sind die letzten drei hochbedeutend, während die ersten drei lediglich solide Kammermusik, besonders für den Hausgebrauch geeignet, darstellen. Auch steht sein zweites Klaviertrio (op. 5), das von seinen Freunden Johannes Brahms und Franz Liszt als Meisterwerk gelobt wurde und die klassische Form zugunsten einer zyklischen Geschlossenheit aufgibt, deutlich über dem ersten (op. 3); und ähnlich verhält es sich mit den beiden Sinfonien, deren erste als „die bedeutendste zwischen Schumann und Brahms" (Die Musik in Geschichte und Gegenwart, 1966) bezeichnet wird. Insgesamt findet sich in Volkmanns Schaffen Grandioses, das den Vergleich zu den „Großen" seiner Zeit nicht zu scheuen braucht, neben eher wenig Bedeutendem. Allerdings stehen seine besten Werke weit über dem Durchschnitt seiner Zeit und weisen eine sehr persönliche Handschrift auf.
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Droysen, Gustav, deutscher Historiker (1838-1908). 8vo. 1 1/2 pp. „Für die gütige Uebersendung Ihrer Abhandlung über ,Stadt u. Festung Frankenthal während des 30j. Krieges’ sage ich Ihnen meinen verbindlichsten Dank." – Droysen war der Sohn des weitaus bekannteren Historikers und Universitätsprofessors Johann Gustav Droysen und war evangelisch-lutherischer Konfession. Droysen studierte zunächst in Jena und Berlin Rechtswissenschaft und seit 1860 Philosophie und Geschichte in Göttingen, wo er 1862 promoviert wurde. Zu seinen akademischen Lehrern zählten neben seinem Vater u.a. Georg Waitz und Leopold von Ranke. Nach seiner Habilitation im Jahre 1864 in Halle und der Erlangung einer außerordentlichen Professur in Göttingen wurde er 1872 als ordentlicher Professor nach Halle berufen, wo er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 1902 das Fach Neuere Geschichte vertrat.Droysens Hauptinteressensgebiet war der Dreißigjährige Krieg. Doch legte er auch für die Zeit der Gegenreformation bedeutende Werke vor. 1869/70 erschien die Biographie Gustavs II. Adolf, 1877 eine Quellenedition von Schriftstücken des Schwedenkönigs, 1885 eine zweite große Biographie über Bernhard von Weimar. Seit 1874 gab er die Halleschen Abhandlungen zur neueren Geschichte heraus; 1893 legte er eine Geschichte der Gegenreformation vor. Droysen revidierte das bis dahin gültige Bild Gustavs II. Adolf, nach dem der schwedische König ausschließlich einen Glaubenskrieg zur Unterstützung der Protestanten führte, und nahm machtpolitische und auch wirtschaftliche Interessen in dessen Kriegführung in den Blick.Darüber hinaus lag Droysens wissenschaftliche Bedeutung in der Öffnung der Geschichtswissenschaft zu den Nachbardisziplinen, als Herausgeber des Historischen Handatlas (1886) wie als Leiter des Kupferstichkabinetts der Halleschen Universität seit 1884. Postum erschien 1910 der erste Band einer Biographie seines Vaters, dem er sich in seinen letzten Lebensjahren mehr und mehr zugewandt hatte. Zu erwähnen sind auch Aufsätze, die im engeren Sinne die politische Geschichte in Sachsen während des 16. und 17. Jahrhunderts betreffen und u.a. in der Zeitschrift Archiv für Sächsische Geschichte erschienen. Im Unterschied zu seinem Vater, der auch auf die Methodik der Geschichtswissenschaft (Historik) im Allgemeinen großen Einfluss ausübte, befasste sich Gustav Droysen mit geschichtstheoretischen Problemen nur wenig.
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Droysen, Gustav, deutscher Historiker (1838-1908). 8vo. 1 p. „Die Aufrichtung eines Vertrages halte ich noch nicht an der Zeit. Wozu auch über ungelegte Eier handeln. Ich habe Erfahrungen, wie lästig einem Autor ein vor Beginn der Arbeit abgeschlossener Contract werden kann [ ]" – Droysen war der Sohn des weitaus bekannteren Historikers und Universitätsprofessors Johann Gustav Droysen und war evangelisch-lutherischer Konfession. Droysen studierte zunächst in Jena und Berlin Rechtswissenschaft und seit 1860 Philosophie und Geschichte in Göttingen, wo er 1862 promoviert wurde. Zu seinen akademischen Lehrern zählten neben seinem Vater u.a. Georg Waitz und Leopold von Ranke. Nach seiner Habilitation im Jahre 1864 in Halle und der Erlangung einer außerordentlichen Professur in Göttingen wurde er 1872 als ordentlicher Professor nach Halle berufen, wo er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 1902 das Fach Neuere Geschichte vertrat.Droysens Hauptinteressensgebiet war der Dreißigjährige Krieg. Doch legte er auch für die Zeit der Gegenreformation bedeutende Werke vor. 1869/70 erschien die Biographie Gustavs II. Adolf, 1877 eine Quellenedition von Schriftstücken des Schwedenkönigs, 1885 eine zweite große Biographie über Bernhard von Weimar. Seit 1874 gab er die Halleschen Abhandlungen zur neueren Geschichte heraus; 1893 legte er eine Geschichte der Gegenreformation vor. Droysen revidierte das bis dahin gültige Bild Gustavs II. Adolf, nach dem der schwedische König ausschließlich einen Glaubenskrieg zur Unterstützung der Protestanten führte, und nahm machtpolitische und auch wirtschaftliche Interessen in dessen Kriegführung in den Blick.Darüber hinaus lag Droysens wissenschaftliche Bedeutung in der Öffnung der Geschichtswissenschaft zu den Nachbardisziplinen, als Herausgeber des Historischen Handatlas (1886) wie als Leiter des Kupferstichkabinetts der Halleschen Universität seit 1884. Postum erschien 1910 der erste Band einer Biographie seines Vaters, dem er sich in seinen letzten Lebensjahren mehr und mehr zugewandt hatte. Zu erwähnen sind auch Aufsätze, die im engeren Sinne die politische Geschichte in Sachsen während des 16. und 17. Jahrhunderts betreffen und u.a. in der Zeitschrift Archiv für Sächsische Geschichte erschienen. Im Unterschied zu seinem Vater, der auch auf die Methodik der Geschichtswissenschaft (Historik) im Allgemeinen großen Einfluss ausübte, befasste sich Gustav Droysen mit geschichtstheoretischen Problemen nur wenig.
Eigenh. Brief mit Unterschrift.

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Junker, Wilhelm, deutsch-russischer Afrikaforscher (1840-1892). 8vo. 1 p. Mit geprägtem Monogram. Junker nimmt gerne die Einladung einer „hochgeschätzten Frau" an. – Junker wurde als Kind deutscher Eltern in Moskau geboren. Die Familie siedelte 1844 nach St. Petersburg, 1844 nach Göttingen über. 1847 starb der Vater; mit seiner Mutter und seinen Geschwistern kehrte Wilhelm Junker 1855 nach St. Petersburg zurück. Er studierte in Dorpat, Göttingen, Berlin und Prag Medizin und besuchte 1869 Island.Zwischen 1873 und 1874 bereiste Junker Nordafrika und begab sich 1876 von Suakin nach Kassala und Khartum. Im September desselben Jahres befuhr er den unteren Sobat. Er ging dann von Lado in westlicher Richtung bis nach Makaraka, 1877 über den Fluss Tondj bis Wau und kehrte 1878 nach Europa zurück.1879 unternahm er eine weitere Reise nach Afrika und erkundete das Gebiet der Niam-Niam (Sande) und der Monbuttu. Sein Begleiter Friedrich Bohndorff musste aus Krankheitsgründen 1882 die Rückreise antreten. Es gelang ihm, mit dem letzten Dampfer abzufahren, bevor die Truppen des Mahdi anrückten, um ihren Aufstand gegen den Khedive in Ägypten zu beginnen. Junker verfolgte seine Forschungsarbeiten alleine weiter.Er erforschte den Uelle-Fluss bis zur Insel Mutenu (Februar 1883) und orientierte sich dann wieder Richtung Osten. In Lado am Weißen Nil ging er zu Emin Pascha, wo sich später auch der Kapitän Casati einfand. Von dieser Zeit an war jeder Verkehr nilabwärts nach Europa wegen des Mahdi-Aufstands abgeschnitten. Der Versuch Gustav Adolf Fischers, mit einer Expedition von Sansibar aus den Forschungsreisenden Hilfe zu bringen und ihnen den Weg zur Ostküste zu öffnen,[1] scheiterte vollständig.Junker brach am 2. Januar 1886 von Wadelai auf und erreichte auf eigene Faust am 4. Dezember Sansibar, von wo er nach Europa zurückkehrte. Außer seinem Tagebuch hatte er nichts retten können, seine Sammlungen waren sämtlich verloren.